Gastronomie

Black Bison Steakhouse – Wo sich das Rind darauf freut, auf den Grill zu dürfen

Der Imbiss Grillmeister in Schwäbisch Gmünd war über Jahrzente die Anlaufstelle Nummer eins für alle Nachtschwärmer. Am Ende einer durchzechten Nacht wurde fast immer noch schnell ein Cheeseburger und eine Portion Pommes geholt und dann schwankend den Heimweg angetreten. Immer in der Hoffnung, dass der Kater am nächsten Morgen nicht gar so schlimm wird. 2015 war es damit plötzlich vorbei. Der Grillmeister geschlossen. Einfach so. Nur die bekannte Leuchtreklame thronte noch immer über dem Eingang. Als wollte sie nicht wahrhaben, dass eine Ära zu Ende gegangen ist.

Über zwei Jahre stand das Grillmeistergebäude leer. Ein Gerippe ohne Seele – jeglichen Lebens beraubt. Bis Thomas Eisen sich der Sache angenommen hat. Er hat es geschafft, den Grillmeister aus seinem Dornröschenschlaf zu wecken und in ein zauberhaftes Steakhouse, das Black Bison, zu verwandeln. Klar, dass ich das natürlich ausprobieren musste.

An einem warmen Sommertag im August, nur wenige Tage nach der Eröffnung, sitze ich mit meinem Mann und drei Freundinnen im Black Bison und harre der Dinge, die da kommen. Genau genommen sitzen wir eigentlich auf der Terrasse hinter dem Black Bison. Dort, wo sich vor ein paar Wochen noch ein verwildertes Grundstück mit einem alten Schuppen befunden hat. Kaum beachtet von der Welt und beinah unsichtbar. Jetzt knirscht unter unseren Füßen der Kies. Und über uns wiegen sich weiße Sonnenschirme sanft im Wind. Schön hier.

Als die Kellnerin mit einem freundlichen Lächeln die Karte bringt und ich all die Leckereien sehe, hüpft mein Herz. Phantasievolle Burger, tolle Salate, Fischgerichte und Steaks vom Feinsten. Die Gerichte lesen sich allesamt genial und ich bete schon insgeheim, dass ich nicht wieder was von „Große Klappe, nix dahinter“ schreiben muss.

Wir bestellen uns schließlich

  • Die Surf and Turf Pan mit 220 Gramm irischem Rinderfilet, 3 Riesengarnelen, hausgemachten Kartoffelchips, gegrilltem Maiskolben und Mango-Apfel-Chutney für 26,90 Euro.
  • Die Onion Pan mit 250 Gramm argentinischem Roastbeef, gegrilltem Maiskolben, hausgemachten Wedges, Rotweinzwiebeln, Schmelzzwiebeln und Röstzwiebeln für 19,90 Euro.
  • Die Kentucky Role mit 200 g gefüllter Putenbrust mit Mozzarella, Emmentaler, getrockneten Tomaten, Aubergine, Zucchini, Tomatenchutney und Kartoffel-Wedges für 14,90 Euro.
  • Das Dry Aged RibEye (300 g) mit hausgemachten Pommes für insgesamt 22,90 Euro (18,90 für das Steak + 3.- Euro je Beilage)
  • Den Malina-Salat aus gemischtem Blattsalat, Tomaten, Radieschen, Himbeeren und paniertem Ziegenkäse für 9,90 Euro.

Während wir auf unsere bestellten Gerichte warten, überrascht uns die Kellnerin mit einem Gruß aus der Küche. Frisches Baguette mit Chili con Carne, serviert auf einer mausgrauen Schieferplatte. Wir freuen uns und genießen diesen wirklich vorzüglichen Starter. Und dann kommt auch direkt schon unser Essen. Ging ja ultraschnell.

Was uns vorgesetzt wird, ist eine wahre Augenweide: Die Pan-Gerichte und die Kentucky Role werden in schweren Eisenpfannen auf einem rustikalen Holzbrett serviert. Der Salat kommt in einer wirklich schönen großen Schüssel daher (die hätt ich ja am liebsten mit nach Hause genommen^^) und das Steak durfte es sich gemeinsam mit grobem Meersalz und Kräuterbutter auf einer Schieferplatte gemütlich machen. Besser und schöner kann man diese Gerichte vermutlich gar nicht in Szene setzen.

Beim Anschneiden der Steaks steigt die Spannung. Wir Mädels haben unser Fleisch medium bestellt und der Garpunkt ist sowohl beim Filet, als auch beim Roastbeef wunderbar getroffen. So mag ich das. Mein Mann wollte sein RibEye lieber englisch und das hat leider erst einmal nicht geklappt. Das Anschneiden offenbahrt: Das Fleisch ist durch. Dem Koch ist das selbst sichtlich unangenehm und er fragt höflich, ob er meinem Mann ein zweites Steak grillen darf. Natürlich darf er. Und das zweite Steak ist dann tatsächlich auch besser. Noch immer nicht wirklich englisch, aber da kann der Koch tatsächlich eher weniger was dafür.

Service der keine Wünsche offen lässt

Thomas Eisen besucht uns schließlich noch persönlich an unserem Tisch und entschuldigt sich für das missglückte RibEye. Er erzählt ein bisschen über die Herkunft des Fleisches (Teilweise von der Metzgerei Wahl aus Heubach – Dort kaufe ich tatsächlich für mich privat auch gerne mein Fleisch) und betont, dass das RibEye einfach zu dünn geschnitten war, um es vernünftig englisch grillen zu können. Wir sehen das absolut ein und nachdem Thomas verspricht, sich nächstes mal dickere RibEyes schneiden zu lassen, ist alles in Butter und wir versöhnt. Die anderen Gerichte waren ja auch allesamt top und das zweite Steak war auch ok.

Nach dem Bezahlen gibt es sogar noch einen Rammazotti aufs Haus und wir versprechen, auf jeden Fall wieder zu kommen. Und das wird uns auch sicherlich nicht schwer fallen, denn im Black Bison sieht, spürt und schmeckt man die Liebe zu guten Produkten und schönem Design einfach in jedem Detail.


Wenn ihr das Black Bison selbst einmal ausprobieren wollt, mehr Infos findet ihr auf der Black Bison Facebook-Seite und Bewertungen von begeisterten Besuchern könnt ihr hier nachlesen: 5 Sterne

Last but not least, hier noch die harten Facts in aller Kürze:

  • Black Bison Steakhouse, Ledergasse 57, 73525 Schwäbisch Gmünd
  • Öffnungszeiten täglich von 17-22 Uhr
  • Preisniveau: Im höheren Normalbereich | Für die Qualität absolut spitze
  • Auswahl: Kleine, überschaubare Karte, die aber keine wünsche offen lässt
  • Service: Exzellent! Schnell, freundlich und absolut herzlich.
  • Geschmack: Phantastisch!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.