Fleisch

From Nose to Tail: OnePot Hähnchen-Curry a´la India

Im Foodbereich kommen und gehen die Trends meist schneller, als man „Boah bestimmt voll lecker“ sagen kann. Manchmal ist das auch gar nicht so schlimm. Ein Trend, der sich meiner Meinung nach aber ruhig etwas länger halten kann, ist „From Nose to Tail“.

„From Nose to Tail“ bedeutet auf deutsch „Von der Nase zum Schwanz“ und genau darum geht es auch: Wenn ein Tier schon geschlachtet wird, dann sollen bitteschön auch sämtliche Teile davon verarbeitet werden. Von der Nase bis zum Schwanz eben.

Vom Bürzel bis zum Schnabel

Bei mir müsste das Ganze wohl eher „Vom Bürzel bis zum Schnabel“ heißen, denn am liebsten koche ich zur Zeit mit ganzen Hähnchen. Bio-Freiland-Hähnchen von unserem Wochenmarkt, um genau zu sein. Und weil dieses Fleisch so überragend gut ist, wäre es eine glatte Sünde, nicht jedes Teil davon zu benutzen.

Das Hähnchen Stück für Stück

Innereien: Wenn ich Glück habe und ein Hähnchen mit Innerrein erwische, koche ich mir diese ganz simpel in etwas Wasser. Sobald sie gar sind, kommt ein wenig Salz drauf und dann gibts Leber, Herz und Nieren als kleiner Snack, währen der Rest vom Huhn zubereitet wird.

Flügel und Beine: Die Flügel und Beine trenne ich vom restlichen Körper ab. Die gibts meist noch am selben Tag feurig gewürzt vom Grill. Ein kleiner Salat dazu und fertig ist ein perfektes leichtes Abendessen.

Brust: Die Brust des Hähnchens löse ich aus und packe sie mir für einen der nächsten Wochentage in den Kühlschrank. Daraus zaubere ich entweder das Topping für einen Salat oder ich nutze die Bruststücke für Asia-Gerichte wie beispielsweise Hähnchen-Spiesse oder Orange Chicken.

Knochen, Knorpel & Co: Übrig bleibt vom Hähnchen nur noch die Knochen, Knorpel und Sehnen, sowie ein paar restliche Fleischstücke, Bürzel, Hals und einiges an Haut. Aus diesen Resten koche ich mir gemeinsam mit Karotten, Zwiebeln, Pfefferkörnern und Lorbeerblättern eine kräftige Hühnerbrühe.

Fleischreste: Sobald die Knochen genügend Geschmack an die Hühnerbrühe abgegeben haben, fische ich diese aus der Brühe und löse alles Fleisch heraus, was sich noch an den Knochen finden lässt. Dieses Fleisch eignet sich super als Suppeneinlage, für Hühnerfrikassee oder für andere Gerichte, bei denen das Fleisch ruhig etwas zerrupft sein darf.

Vom „Rest“ zum Star des Abends

Mein liebstes Nose-to-Tail-Rezept ist die OnePot-Variante eines indisch angehauchten Currys. Man verwendet hierfür sowohl die selbstgemachte Brühe aus den Knochen des Hähnchen, sowie die augelösten Reststücke, die nach dem Auskochen der Knochen übrig geblieben sind.

Gemeinsam mit würzigem Madras-Curry, fruchtigen Rosinen und knackigen Karotten, wird daraus ein exotisches Reisgericht, welches nicht nur total schnell gemacht ist, sondern auch noch traumhaft schmeckt.

5.0 from 1 reviews
OnePot Hähnchen-Curry "India"
 
Vorbereitungszeit
Koch-/Backzeit
Gesamtzeit
 
Author:
Portionen: 2
Zutaten
  • Hühnerfleisch (ausgelöst nach dem Kochen von Hühnerbrühe)
  • Eine Tasse Reis
  • Hühnerbrühe
  • 2 Karotten
  • 5 EL Currypulver
  • 2 EL Rosinen
  • Etwas Zucker
  • Salz
  • Etwas frische Petersilie
Anleitung
  1. Den Reis in einen weiten Topf geben und so viel Hühnerbrühe angießen, dass der Reis gerade knapp bedeckt ist.
  2. Die Karotte schälen, klein schneiden und gemeinsam mit dem ausgelösten Hühnerfleisch zum Reis geben.
  3. Rosinen, Currypulver, Zucker und Salz zugeben, alles gut verrühren und bei mittlerer Hitz so lange köcheln lassen, bis der Reis gar ist. Wenn nötig, immer wieder etwas Hühnerbrühe nachgiessen.
  4. Sobald der Reis gar ist, alles mit einer Gabel auflockern, nochmals nachwürzen, dann mit frischer Petersilie bestreuen und heiß servieren.

 

OnePot-Hähnchen-Curry

Keine Angst vorm schwarzen Mann ganzen Tier

Leider wissen heutzutage viele Menschen schon gar nicht mehr, wo das Schnitzel auf ihrem Teller eigentlich herkommt. Und die meisten wollen es auch gar nicht wissen. Aber Fleisch ist nunmal Fleisch und stammt von einem Tier, welches gelebt hat. Das lässt sich nicht beschönigen. Fleisch ist eine blutige Angelegenheit und das Schlachten ist kein Kaffekränzchen mit Glitzer oben drauf. Umso wichtiger ist es, Fleisch mit der nötigen Portion Respekt zu begegnen.

Wichtig ist meiner Meinung nach, keine Scheu davor zu haben, ein Tier möglichst ganz zu kaufen. Das Auseinandernehmen ist nur im ersten Moment komisch und man gewöhnt sich sehr schnell dran. Eklig ist definitiv was anderes.

Aber das ist doch viel teurer!

Zugegeben, 500 g Hähnchenbrust kosten bei Lidl um die 3,00 Euro, während ich für mein Bio-Freiland-Hähnchen in der Regel um die 14 Euro bezahle. Dafür bekomme ich aber ein Hähnchen mit rund anderthalb Kilo, welches zu zweit locker für 3 Gerichte reicht.  Pro Gericht liegt man also bei unter 3.- Euro.

Außerdem kann man sich sicher sein, dass man – im Gegensatz zum Discounter-Fleisch – hochwertige Ware aus artgerechter Haltung auf dem Teller hat. Was will man denn mehr?

 

Wie siehst du diesen „From Nose to Tail Trend“? Hast du selbst bereits Erfahrungen damit gemacht oder kommt es für dich überhaupt nicht in Frage, ein Tier im Ganzen zu kaufen und alle Teile zu verwerten?

 

 

3 thoughts on “From Nose to Tail: OnePot Hähnchen-Curry a´la India

  1. Liebe Moni, schöne Idee, tolles Rezept. Das Hähnchen war auch mein erstes Tier, dass ich komplett Nose to Tail zubereitet habe und seitdem nie wieder etwas davon wegwerfen würde. Wieso auch, gerade für Brühe lässt sich so viel weiter verwerten. Bin gerade dabei mich auch an anderen Tieren zu versuchen, das ist aber nicht so einfach, weil man z.B. beim Rind viel mehr Rezepte mit Filet, Steak etc findet als mit dem Rest. Aber dank Internet und Omas Kochbüchern gibt es auch hier genug Ideen für mich.

    Liebe Grüße
    Julia

    1. Liebe Julia,
      vielen Dank. Das Curry ist so genial, dass es das bei mir direkt heute in der Mittasgpause nochmal gibt. Aufgewärmt schmeckts nämlich fast nochmal besser.
      Mit Rind werde ich demnächst auch mal experimentieren. Ich hab bei Sonja von Amor und Kartoffelsack nämlich 4 KG Rind von „Geteiltes Fleisch“ gewonnen. Bin schon sehr gespannt, was da alles dabei sein wird und ich freu mich total drauf, mal abseits von Steak und Gulasch zu kochen.
      Früher, als ich noch bei meinen Eltern gewohnt hab, hatten wir öfters mal „ganze Tiere“. Einige Bekannte meiner Eltern sind Bauern und da gab es oft 1/8 Rind oder 1/4 Schwein. Hin und wieder auch mal einen ganzen Hasen. Damals war das irgendwie noch total normal, ganze Tiere zu verwerten. Ich erinner mich da auch immer wieder gerne an die Sulz meiner Oma. Das war keine so klare Tellersulz, wie man sie heute bekommt, sondern eine richtig grobe mit ordentlich Fett oben drauf und vielen Knorpeln innendrin. Megalecker war die 🙂

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