Kochbücher

„Paleo Smoothies“ – Ist das Satire oder tatsächlich euer Ernst?

Kochbücher liebe ich ja eigentlich total. Und es gibt meiner Meinung nach auch kaum Kochbücher, die ich in die Kategorie „Bücher, die die Welt nicht braucht“ stecken würde. Ein Buch, auf welches diese Beschreibung aber definitiv zutrifft, ist „Paleo Smoothies“ von books4success.

Ganz ehrlich, bei diesem Buch bin ich mir bis heute unschlüssig, ob das Ganze wirklich ernst gemeint ist oder ob das Buch in Wirklichkeit Satire ist. Und heute will ich dir mal erzählen, warum.

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Teil 1 – Kapitel 1: Einführung in die Paleo Ernährung

Im ersten Teil informiert das Buch über die Paleo-Ernährung. Es erklärt, was Paleo genau ist und gibt Tipps, wie man die Paleo-Ernährung umsetzt.

Als Start in den Paleo Lifestyle empfiehlt das Buch, den eigenen Vorratsschrank auszuräumen. Und hierbei bin ich direkt über das erste No-Go gestoßen. Das Buch fordert die Leser nämlich tatsächlich auf, alle Lebensmittel wegzuwerfen, die nicht der Paleo-Ernährung entsprechen. Nochmal zum mitschreiben: W E G W E R F E N !!! Äh hallo, geht´s eigentlich noch?

Im weiteren Teil der Einführungen folgen Tipps zum Einkaufen, zum Kochen im Paleo-Stil (unterscheidet sich ja sooo mega vom Kochen im „normalen“ Stil) und eine Liste mit den Lebensmitteln, die bei der Paleo Ernährung erlaubt sind.

Teil 1 – Kapitel 2: Warum man bei Paleo Smoothies trinken sollte

Das zweite Kapitel des ersten Buchteils geht darauf ein, warum man im Rahmen der Paleo-Diät (warum bezeichnet das Buch Paleo eigentlich manchmal als Ernährungsform und manchmal als Diät?) Smoothies trinken sollte.

Von Reinigung und Entgiftung ist die Rede, einer Verbesserung der Verdauung, Unterstützung des Immunsystems, einer stärkenden Wirkung und (für die Sparfüchse) von Geld sparen beim Lebensmitteleinkauf.

Kein wirklich schrottiges Kapitel, aber es wirkt leider so, als wäre es künstlich in die Länge gezogen worden.

Teil 1 – Kapitel 3: Wie man Paleo Smoothies herstellt

Das dritte Kapitel ist mein liebstes, denn es sprüht nur so von Satire und Witz. Daher werde ich hierauf auch genauer eingehen, denn in diesem Kapitel wird detailliert erklärt, wie man Smoothies macht.

Richtig gelesen, „Paleo Smoothies“ erklärt 11 Seiten lang, wie man Obst und Gemüse püriert und was man dafür alles braucht. Und dabei dreht das Buch so richtig auf:

  • Allein schon die Auswahl der Grundausstattung, die man haben sollte, liest sich wie das Who-is-Who der Küchenbranche: Mixer, Küchenmaschine, Entsafter, Wasserkessel. Dazu noch allgemeine Schneidutensilien wie Zitronenmesser, Obstmesser, Küchenschere, Gemüsehobel, Tranchiermesser (für Geflügelsmoothies oder was???), Allzweckmesser und Gemüsemesser.
  • Nicht zu vergessen die „speziellen Obstutensilien“, die „speziellen Gemüseutensilien und die „speziellen Kräuterutensillien“: Apfelteiler, Avocadoschneider, Bananenschneider, Kirschentkerner, Pfirsichschneider, Ananassschneider, Erdbeer-Entstieler, Universal-Zerkleinerer, Gemüsebürste, Kräutermühle, Kräuterschere, Kräuter-Frischebehälter… (WTF???)
  • Zusätzlich zu all diesen speziellen Utensilien, braucht man laut dem Buch aber auch noch „unerlässliche Küchenhelfer“ wie Zestenschneider, Sieb, Küchenwaage, Reibe, Messbecher, Einweckgläser, Strohhalme und – Achtung ganz wichtig – einen kleinen Topf mit Deckel. Falls man mal Eier kochen möchte (oO).
  • Nach der Auflistung aller (un)nötiger Utensilien (in so einer Steinzeitküche muss man echt Platz gehabt haben), geht das Buch endlich darauf ein, wie man richtig mixt. Ich wollte ja echt nicht spoilern, aber was solls. Ich verrate es dir: Obst und Gemüse kleinschneiden, alles in den Mixer geben, durchmixen, fertig. WOW – hier wurde das Rad echt neu erfunden.

Teil 2 – Smoothie Rezepte – Jetzt wird gemixt!

Der zweite Teil des Buches beinhaltet 150 Rezepte für Smoothies. Zusätzlich zu einem kleinen Einleitungstext, gibt es bei jedem Rezept Angaben zur Dauer, zum Schwierigkeitsgrad, zur Menge, der Portionsgrösse, den Zutaten, den Nährwertangaben und eine „detaillierte Anleitung“.

Lustigerweise ist die Dauer der Zubereitung durchweg in jedem Rezept mit „5 Minuten“ angegeben und der Schwierigkeitsgrad der Rezepte ist, mit Ausnahme von einem einzigen, durchweg leicht.

Die angepriesene „detaillierte Anleitung“ besteht letztendlich aus der Zutatenliste und dem Text „Alle Zutaten in den Mixer füllen und auf hoher Stufe pürieren, bis der Smoothie eine geschmeidige Konsistenz hat„. Dieser wurde schlauerweise mit copy & paste einfach unter jedes Rezept geknallt. Chaepeau vor so viel Raffinesse.


Mein Fazit zum Buch:

Ich werde das Gefühl nicht los, dass man mit diesem Buch auf Teufel komm raus versucht hat, aus dem Paleo-Trend Kapital zu schlagen. Da hat wohl irgend ein armer Knopf den Auftrag bekommen, so schnell wie möglich ein Buch auf den Markt zu werfen, mit dem man ohne großen Aufwand Kohle scheffeln kann. Anders kann ich mir dieses Desaster wirklich nicht erklären.

Schon beim Lesen der Einleitung kommt man sich vor, als ob der Autor die Leser für komplett dämlich hält. Und spätestens bei den Erklärungen zu den Küchengeräten, fühlt man sich dann selbst wie ein absoluter Doofkopf:

„Wasserkessel: Damit können Sie im Handumdrehen Wasser zum kochen bringen und Ihre bevorzugten Bio-Kräutertees zubereiten“

Ganz ehrlich, dieses Buch ist mit weitem Abstand das unsinnigste, unnötigste und dümmste Buch, welches ich jemals in meinen Händen gehalten habe. Falls du auch nur Ansatzweise mit dem Gedanken spielst, dir dieses Buch zu kaufen, dann investiere die stolzen 17,99 Euro lieber in einen Stabmixer – Den gibt es nämlich schon ab demselben Preis und der mixt dir Smoothies, ohne dir das Gefühl zu geben, dass du grad verarscht wirst.

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Hier übrigens noch meine absolut liebsten Dummie-Tipps aus dem Buch:
  • Ungenutzte Zutaten sollte man aufheben und wieder im Kühlschrank verstauen (Ach so macht man das???)
  • Zutaten, die verwendet wurden und die somit weg sind, sollte man auf die Einkaufsliste setzen und wieder besorgen (Woaaaaaah – Hammer Idee oO)
  • Man sollte unbedingt Bananen und Mandeln im Haus haben, wenn man morgens einen Bananen-Mandel-Smoothie haben möchte! (1einself!1)

P.S. Falls du dir selbst ein Bild von diesem Elend machen willst, hier hast du noch eine Leseprobe als PDF


Ist dir eigentlich auch schon einmal ein solche unsinniges Kochbuch in die Hände gefallen? 

1 thought on “„Paleo Smoothies“ – Ist das Satire oder tatsächlich euer Ernst?

  1. Beim „Erdbeerentstieler“ war es bei mir vorbei, ich habe laut gelacht und stimme dir zu, es kann sich nur um Satire handeln.
    Vielleicht wäre auch „steinzeitliches Pürieren für Dummies“ ein besserer Titel gewesen.

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