Rezepte - Herbst

Schwäbischer Zwiebelkuchen nach Oma Erna

Eines der erste Dinge an die ich mich aus meiner Kindheit bewusst erinnere, ist die Küche meiner Oma. Sie war nicht groß, hatte eine hässliche grüne Linoleum-Arbeitsplatte aus den 70ern und keine richtige Türe. Dafür war sie mit allerlei Wundern vollgestopft. Und das Herzstück waren ein Gasherd und ein kleiner Holzofen.

Wie meine Oma den Gasherd mit langen Streichhölzern angezündet hat, faszinierte mich schon immer. Mene Mama sagte zwar immer, dass so ein Gasherd echt gefährlich wäre und sie nie wieder etwas anderes als einen Elektroherd kaufen würde, aber ich liebte den Gasofen. Noch mehr liebte ich aber das wunderschöne Holzöfelchen daneben. Ich durfte zwar nie ran, obwohl ich so gerne mal ein Holzscheit rein geworfen hätte, aber dafür konnte ich stundenlang vor dem Ofen sitzen und dem Knistern der Holzscheite zuhören.

Die Milch für meinen Kakao kochte mein Oma immer auf dem Holzofen und ich schwöre, dass dieser Kakao tausendmal besser schmeckte, als jeder Kakao mit Milch aus der Mikrowelle. Bis heute habe ich nie wieder einen so tollen Kakao getrunken, wie den von meiner Oma.

Ganz allgemein war meine Oma sowieso eine grandiose Köchin. Egal was sie kochte oder backte, es war traumhaft. Und jedes Jahr wenn der Herbst im Anmarsch war, zauberte sie für uns ihren schwäbischen Zwiebelkuchen. Mit einem dicken Hefeteig, frischen Zwiebeln, Kümmel und mit einem saftigen Guß oben drüber. Den mampften wir dann gemeinsam auf ihrem grünen Sofa, tranken süßen Hagebuttentee dazu und schauten im Fernsehen Peter Steiners Theaterstadel.

Peter Steiner schau ich mittlerweile nicht mehr und meine Omi ist leider schon von uns gegangen, aber das Rezept grabe ich jedes Jahr aufs Neue wieder raus. Nur mittlerweile gibt es statt Tee süffigen Federweißer dazu:

Schwäbischer Zwiebelkuchen
 
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Portionen: 1 Springform
Zutaten
  • 500 g Mehl
  • 70 g Zucker
  • 1 Prise Salz
  • 1 Würfel Hefe (oder 1 Päckchen Trockenhefe)
  • 200 ml lauwarme Milch
  • 3 Eier
  • 100 g weiche Butter
  • 6-7 Zwiebeln
  • 1 Becher Schmand
  • etwas Milch
  • 2 EL Kümmel
  • Salz
  • Pfeffer
Anleitung
  1. Die Hefe mit einer ordentlichen Prise Zucker in 3-4 EL lauwarme Milch geben und gut verrühren. Das Ganze einige Minuten gehen lassen.
  2. Mel mit dem übrigen Zucker, dem Salz, den Eiern und der Butter in eine Schüssel geben, die Milch-Hefe-Mischung dazu geben und mit der Küchenmaschine gründlich verkneten. Nach und nach die restliche Milch zugeben und so lange weiter kneten, bis ein gleichmäßiger und glatter Teig entsteht, der sich vom Schüsselrand löst. Den Teig mit einem feuchten Küchentuch abdecken und für mindestens eine Stunde gehen lassen.
  3. Während der Teig geht, die Zwiebeln schälen, in gleichmäßige Streifen schneiden und in einer Pfanne anschwitzen. Zwiebeln anschließend so lange dünsten lassen, bis diese weich sind.
  4. Den fertig gegangenen Hefeteig nochmals durchkneten, ausrollen, in eine gefettete Springform legen und am Rand gut andrücken. Zwiebeln anschließend auf dem Teig verteilen.
  5. Für den Guß ein Ei mit Schmand und einem Schuss Milch verrühren und mit Salz und Pfeffer würzen. Den Guß über die Zwiebeln geben und zum Schluß etwas Kümmel darüber streuen.
  6. Zwiebelkuchen auf mittlerer Schiene bei ca. 160°C (Heißluft) für ca. 25 Minuten backen. Der Zwiebelkuchen ist fertig, wenn der Teig am Rand knusprig und der Guß gestockt ist.

 

 

 

 

 

3 thoughts on “Schwäbischer Zwiebelkuchen nach Oma Erna

  1. Schön und berührend wie Du von Deiner Oma schreibst. Sie hat Ähnlichkeiten mit meiner Oma…
    Es ist sehr viel Zucker für den Teig angegeben, obwohl es ein salziger Kuchen ist.,schmeckt das nicht zu süß ?
    LG
    Tina

    1. Hey Tika – meine Oma hat immer 2 Kuchen gleichzeitig gemacht. Wenn es zwiebelkuchen gab, gab es immer auch hinterher noch Apfelkuchen. Vielleicht deshalb der viele Zucker. zu süß war mir der Kuchen nie, aber du kannst die Zuckermenge natürlich auch reduzieren.

      Alles Liebe
      Dila

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