Gastronomie

Das 50ies-Diner in Schwäbisch Gmünd

Pünktlich zur Eröffnung der Landesgartenschau 2014 siedelten sich in meiner Heimatstadt Schwäbisch Gmünd diverse neue Lokalitäten und Geschäft an. Ein Neuzugang über den ich mich persönlich ganz besonders gefreut habe, war das 50ies. Ein American Diner mit typisch amerikanischem Fast Food – eingerichtet im Stil der 50er Jahre.

 

Das Ganze noch direkt in Laufreichweite von unserer Wohnung – kann man ja nur gut finden. Mittlerweile war ich zwei mal dort und die anfängliche Begeisterung musste einem minimal gemischten Gefühl weichen. Was ich bisher im 50ies erlebt habe, wie es dort allgemein so ist und vor allem wie es schmeckt, verrate ich euch in meinem heutigen Testbericht (und in den jeweiligen Edits):

 

Was ist das 50ies genau?
Beim 50ies handelt es sich, wie bereits erwähnt, um ein American Diner, welches im Stil der 50er Jahre eingerichtet ist. Im Gegensatz zu manch anderem Diner ist das 50ies ein Selbstbedienungsrestaurant und es gibt keinen Service am Tisch. Man bestellt sein Essen direkt am Tresen und bekommt dann zunächst eine Nummer. Nachdem die Bestellung frisch zubereitet und die entsprechende Nummer aufgerufen wurde, kann man seine Bestellung dann an der Theke abholen.
Die Einrichtung selbst ist im typischen 50er-Jahre-Stil gehalten. Entlang der Wände gibt es mehrere Sitzgruppen und in der Mitte des Raumes befindet sich ein langer Tresen mit Barhockern. Die Möbel sind in den Farben Weiss-Rot gehalten und die Wände zieren typische 50er-Jahre-Motive. Das Ambiente ist wirklich sehr stimmig und gefällt mir extrem gut.

 

Das Speisenangebot umfasst typische Fastfood-Gerichte wie verschiedene Burger, Chicken Nuggets, Pommes und co. Es gibt aber auch Chicken Wings, Spareribs und verschiedene Salate. Die Preise sind durchaus human – einen einfachen Hamburger bekommt man beispielsweise bereits für 2,79 Euro. Selbstverständlich bekommt  man die Burger, Nuggets, Wings und Co auch als Menü mit Softdrink und Pommes – oder wahlweise auch mit Country Potatoes.
 
Wir haben bisher vier verschiedene Gerichte getestet: Den Hellboy, den normalen Hamburger, die Chicken Nuggets und die Country Potatoes. 
 
Beginnen wir mal mit den Chicken Nuggets. Die waren lecker und völlig in Ordnung, aber natürlich nichts wirklich Besonderes. Ich hatte jetzt aber auch nichts Großartiges erwartet, denn Chicken Nuggets sind eben mal Chicken Nuggets. Kann man durchaus mal essen – taugen auf jeden Fall gut als Snack zwischendurch. Mit 3,29 Euro sind die Chicken Nuggets gegenüber den Burgern allerdings nicht ganz günstig. Ich denke nicht, dass ich die daher nochmals essen werde.
Der normale Hamburger kostet im Gegensatz zu den Chicken Nuggets ohne Menü nur 2,79 Euro und man bekommt wirklich reichlich. Auf einem großen Burgerbrötchen befindet sich ein 100 g Beef-Pattie, garniert mit Salat, Tomate, Zwiebel, Ketchup und Mayo. Ist zwar jetzt ebenfalls auch nix besonderes und kann man sich so durchaus auch mal zu Hause machen, aber der Hamburger war definitiv lecker. Geschmacklich gabs hier rein gar nix zu meckern. Von der Größe war er für mich persönlich auch völlig ausreichend. Extra Pommes dazu brauchte ich nicht um satt zu werden.
Der zweite Burger den wir getestet haben war der Hellboy. Hier gefällt schon der Name und verspricht ordentlich Schärfe. Beim Hellboy wird dasselbe Burgerbrötchen wie beim normalen Hamburger verwendet und auch das Beef-Pattie wiegt die üblichen 100 Gramm. Der einzige Unterschied zum Hamburger ist eigentlich, dass anstatt Mayo Chilisosse und Jalapenos mit drauf sind. Preislich liegt der Hellboy einzeln bei 3,29 Euro und hier wird ausnahmsweise wirklich mal gehalten was der Name verspricht, denn er ist wirklich schön scharf.

 

Als letztes haben wir dann noch die Country Potatoes getestet. Pommes bekommt man schließlich überall aber wirklich gute Country Potatoes sind selten. Und diese hier waren wirklich extrem gut. Aussen knusprig, innen weich, dazu absolut lecker gewürzt und die Portion wirklich mehr als ausreichend. Wir hatten ausserdem noch den Knoblauch-Dip dazu gewählt und der passte hervorrangend dazu. Die Portion Country Potatoes kostet 2,59 Euro wenn man sie einzeln bestellt, wählt man jedoch ein Menü sind die Country Potatoes bereits inklusive.

Das Essen konnte bei uns also durchaus punkten. Alles durchweg lecker und auch ausreichend von den Portionen her. Bei unserem zweiten Besuch waren die Country Potatoes leider ziemlich kalt – hier haben wir aber nach einer kurzen Reklamation anstandslos eine neue Portion erhalten.

Leider gibt es aber auch ein paar Dinge, die uns nicht ganz so gut gefallen haben (bitte beachtet hierzu unbedingt auch die Updates am Ende des Testberichts – falls sich in Bezug auf diese Kritikpunkte etwas verändert hat, erfahrt ihr es dort):


 

  • Teilweise schlechter Service. Bei unserem ersten Besuch (recht spät abends) war der Service noch völlig ok, bei unserem zweiten Besuch (gegen 20 Uhr Samstag Abends – also quasi zur Rush Hour) leider nicht mehr ganz so. Die Mitarbeiter hinter der Theke waren sehr im Stress, was sich unter anderem auf die Freundlichkeit ausgewirkt hat. Als Kunde ist es einfach nicht schön, wenn man sich das Gemaule einer gestressten Mitarbeiterin anhören darf und es interessiert mich als Kunde auch nicht, dass die Mitarbeiterin seit Mittags keine Pause machen konnte.

 

 

  • Was mir leider auch gar nicht gefallen hat, war die Tatsache, dass man den Wünschen der Gäste gegenüber sehr unflexibel ist. Es gibt beispielsweise den Waikiki-Burger mit Hähnchenfleisch und Ananas. Ich hätte wahnsinnig Lust auf diesen Burger gehabt, aber statt Hähnchen hätte ich das Ganze lieber mit einem Beef-Pattie gehabt. Relativ unfreundlich wurde mir mitgeteilt, dass dies nicht möglich wäre – schließlich könne man nicht jeden Sonderwunsch erfüllen. Wo genau das Problem lag, Hähnchen einfach gegen Beef-Pattie auszutauschen oder eine Scheibe Ananas auf einen Hamburger zu klatschen erschließt sich mir leider bis heute nicht. Ich hätte sogar einen Aufpreis dafür bezahlt, aber so habe ich letztendlich auf den Burger verzichtet und werde es vermutlich auch in Zukunft tun. -> Edit: Waikiki mit Beef kann inzwischen ohne Probleme bestellt werden!

 

 

  • Als letzter Punkt hat mir leider auch die Sauberkeit nicht ganz gefallen. Die war zwar bei unserem ersten Besuch auch völlig ok, beim zweiten Besuch war dann der Laden aber gerammelt voll und die wenigen Mitarbeiter waren komplett hinter dem Tresen beschäftigt. Keiner hatte Zeit Servietten auf den Tischen aufzufüllen oder den Boden zu wischen. Dementsprechend sah es dann auch aus. Hier ist definitiv noch Verbesserungspotential vorhanden.

 

Alles in allem und auch trotz der genannten Kritikpunkte ist das 50ies ein Diner in das man durchaus mal gehen kann. Die Einrichtung gefällt mir extrem gut, über die Preise kann man nicht meckern, das Essen ist lecker, reichlich und sättigend. Leider ist das 50ies keines dieser besonderen Geheimtipps für das man mal ein paar Kilometer mehr auf sich nimmt (wie z.b. die Nachtschicht Stuttgart), aber wer zufällig mal in Schwäbisch Gmünd sein sollte und bock auf einen Burger abseits der bekannten Fastfood-Tempeln hat, ist im 50ies durchaus nicht schlecht aufgehoben.  
 
 
Abschließend muss ich natürlich noch erwähnen, dass das 50ies erst wenige Wochen vor unserem Test eröffnet hat und sich zum Zeitpunkt als wir dort waren noch in den „Testwochen“ befunden hat. Es ist also durchaus möglich, dass sich noch einige Änderungen ergeben. Sollte dies noch der Fall sein, werde ich hier entsprechende Ergänzungen mit aufnehmen. Ich wünsche mir auf jeden Fall sehr, dass sich der Betreiber die Kritikpunkte im Bereich Service und Sauberkeit zu Herzen nimmt und hier noch einiges verbessert. Vielleicht wird es ja auch in naher Zukunft doch mal möglich sein, den Waikiki mit Beef anstatt mit Hähnchen zu bekommen 😉 

Und wenn ihr das 50ies jetzt selber einmal ausprobieren wollt, ihr findet es in der Ledergasse 22 in 73525 Schwäbisch Gmünd. Nähere Infos gibts auch auf der 50ies-Facebook-Seite unter https://www.facebook.com/50iesDiner

 
+++ UPDATE 26.05.2014 +++

 

Nur kurz nach Veröffentlichung meiner Kritikpunkte hat der Betreiber des 50ies bereits reagiert. Der Sache mit den unfreundlichen Mitarbeitern wird nachgegangen, Burgerspecials mit selbst hergestellten Brötchen und/oder Vollkornbrötchen sind in Planung, Sauberkeit wird verbessert und meinen Waikiki soll ich künftig auch mit Beef bestellen können. Daumen hoch für diese schnelle Reaktion! Ich werde demnächst wieder testen und dann weiter berichten.
 
+++ Update 30.06.2014 +++
 
Mittlerweile ist mit die Bestellung eines Waikiki mit Beef erfolgreich geglückt 😉
 

 

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13 thoughts on “Das 50ies-Diner in Schwäbisch Gmünd

  1. Ich liebe ja solche Restaurants. Und ich finde auch die Reaktion des Besitzers super, das er gewisse Sachen ändert. ich finde ja: brötchen sollten selber gemacht werden. Klar ists gekauft sicher billiger, aber eben auch langweilig. das kann ich auch zu hause und dann genauso gut. aber selbst zu hause mache ich immer die bröchen selber ^^ also mach ich mir wirklich etwas mehr arbeit zu hause als die im restaurant. unfreundliche mitarbeiter geht GARNICHT. egal wo!

    schöner bericht!

    Lg Anna
    http://www.the-anna-diaries.de

  2. Gmünd ist nicht weit weg von uns und natürlich muss ich auch noch auf die Landesgartenschau – aber ich werde dann doch eher in ein „richtiges“ Restaurant zum Essen gehen und nicht in einen Burgerladen. Interessant ist dein Bericht trotzdem – LG Kerstin

    1. Klar, wenn du extra wegen der Landesgartenschau nach gmünd kommst, würd ich jetzt auch nicht unbedingt dort hin gehen.. das Restaurant in der Villa Hirzel direkt auf dem LGS-Gelände sieht super aus. Ambiente ganz toll – ich konnts nur bislang noch nicht testen.

  3. Aller Anfang ist schwer. Ich finde es aber wirklich lobenswert, dass die Einrichtung und Stimmung von Anfang an gestimmt hat. Ganz abgesehen vom guten Essen, würde ich niemals einen Imbiss besuchen in dem ich mich nicht wohl fühle. Sauberkeit wieder rum ist mit dem guten Service tatsächlich der wichtigste Punkt. Ich mag nämlich auch an keinem Tisch essen, an dem vorher zwei Leute ’ne Essensschlacht veranstaltet haben. Wenn du weißt was ich meine … Das Problem der „Extrawürste” hingegen, kann ich absolut nicht nachvollziehen. Wird doch eh alles frisch gemacht – warum also anstatt Hähnchenfleisch nicht ’nen Beef-Pattie auf den Grill hauen? ôo

    Zu meiner Schande muss ich außerdem zugeben, dass ich bislang auch immer die Burger Brötchen aus dem Supermarkt gekauft habe. Ganz oben auf meiner „Zu kochen/backen Liste” befindet sich allerdings das Rezept für deine Brötchen! Ich lobe Besserung und werd’s das nächste Mal einfach mal versuchen. Versprochen!

    1. So ganz neu sind die auch wieder nicht. die haben schon ein Diner und ein Steakhouse in einer Nachbarstadt hier.. Ich bin mal gespannt, was für Änderungen da in den nächsten Wochen noch so kommen werden.

  4. Ich persönlich meide jeglichen Burger Laden in Deutschland schon seit geraumer Zeit, außer ich bin in Berlin unterwegs, da gibt es einen Laden, da darf man nur 2 Std. sitzen bleiben, weil der so ausgebucht ist. Zu recht.
    Da ich aber weit weg von Berlin wohne und in Nürnberg nichts vernünftiges finden konnte, mache ich meine Burger stets selbst und sie schmecken uns richtig gut.
    Wenn ich mir aber so die Preise angucke in dem 50ies, dann würde mich das wundern, wenn die tatsächlich fähiges Personal und guten Service bezahlen können. Schade eigentlich..mir fehlen auch ungemein die guten Läden und so reich, dass ich jedesmal in die Staaten fliege, wenn es mich nach Burgern gelüstet, bin ich leider nicht 😀

    1. Ja so würde ich mir das auch wünschen – und so würde ich auch entsprechend mehr dafür zahlen! Leider hat man in Deutschland irgendwie meist immer noch keine Vorstellung, wie ein richtig guter Burger auszusehen hat. schon allein die Tatsache, dass eigentlich zu 99 % fertige TK-Patties verwendet werden ist traurig…

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