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New England Clam Chowder

Eigentlich bin ich ja nicht so der Vergnügungsparktyp, aber bei meinem dritten Besuch in New York kam ich doch nicht mehr drum herum, dem größten zusammenhängenden Vergnügungspark der Welt einen Besuch abzustatten: Coney Island. Schuld daran war meine Schwester, denn  der Besuch auf Coney Island war ihr Geburtstagswunsch und Geburtstagswünsche schlägt man schließlich nicht ab.

Weil es mir auf Coney Island wider erwarten erstaunlich gut gefallen hat, nehme ich euch heute auf eine kleine Reise dorthin mit. Mit ganz vielen tollen Eindrücken und dem weltbesten Rezept für den berühmten New England Clam-Chowder:
 
Es war der 8. September 2014 als wir (also mein Mann, meine Schwester und ich) uns auf den Weg nach Coney Island machten, um den 30. Geburtstag meiner Schwester zu feiern. Nach beinah 45 minütige Fahrt quer durch Manhattan und Brooklyn, näherten wir uns der Küste. Schon konnten wir die Wellen des Atlantiks hören und eine salzige Meeresbriese wehte um unsere Nasen.

Auf Coney Island angekommen machte sich aber recht schnell Ernüchterung breit: Das Vergnügungsparkparadies wirkte alles andere als quirlig und lebendig, sondern war einfach nur ziemlich leer.

Gut, man hätte vielleicht damit rechnen können, dass im September die Saison langsam zu Ende geht, aber wer denkt in all der Vorfreude auf den nahenden Urlaub schon an sowas. Aber Tatsache war, genau eine Woche vor unserer Ankunft wurde auf Coney Island der Saisonabschluss gefeiert.
 
Angesichts der still stehenden Fahrgeschäfte hatten sowohl Schwester als auch Göttergatte ein bisschen lange Gesichter – Ich dagegen führte innerlich einen Freudentanz auf. Keine Achterbahnen! Hurra!!! Aus Mangel an Attraktionen spazierten wir schließlich den Bordwalk entlang in Richtung Sonnenuntergang, liefen ein bisschen durch den Sand, bewunderten die abgeschlossenen Fahrgeschäfte von aussen, suchten Toiletten, die allesamt abgeschlossen waren und landeten schließlich ganz am Ende dort, wo fast jeder Coney Island Besucher landet: bei Nathans Delicatessen. 
 
Nathans ist eine Schnellrestaurant-Kette, die HotDogs, Seafood, Suppen und Co. anbietet. Noch heute steht auf Coney Island das Original-Restaurant aus dem Jahr 1916 und jedes Jahr am 4. Juli findet dort ein berühmter Hot-Dog-Eating-Contest statt. Berühmt ist Nathans aber neben den HotDogs auch noch für seinen New England Clam Chowder. Eine sämige Muschelsuppe, die wir natürlich unbedingt probieren mussten.
 
Und weil der Clam Chowder nicht nur absolut lecker war, sondern auch noch ziemlich easy selbst zu machen ist, hab ich mir das Coney Island Feeling kürzlich einfach in die heimische Küche geholt.
 
 
New England Clam Chowder
 
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Recipe type: Hauptgericht
Portionen: 4
Zutaten
  • 1 Kilo Muscheln mit Schale
  • 3-4 große Kartoffeln
  • 2 Zwiebeln
  • 1 Becher Sahne
  • Petersilie
  • 1 daumendickes Stück Speck
  • etwas Mehl
  • Salz
  • Pfeffer
Anleitung
  1. Muscheln unter fließendem Wasser säubern, bis kein Sand mehr daran klebt. Einen großen Topf mit Wasser aufsetzen, zum Kochen bringen und die Muscheln zugeben, sobald das Wasser sprudelnd kocht. Muscheln so lange kochen, bis sich die Muschelschalen öffnen. Dies sollte ca. 6-8 Minuten dauern.
  2. Muscheln durch ein Sieb in eine Schüssel abschütten, dabei das Kochwasser auffangen. Muscheln aussortieren, bei denen sich die Schalen nicht geöffnet hatten und diese wegwerfen. Bei den übrigen Muscheln das Muschelfleisch herauslösen und jeweils mit einem Messer halbieren.
  3. Kartoffeln und Zwiebel schälen, anschließend in feine Würfel schneiden. Speck ebenfalls würfeln.
  4. Speck in einem Topf anbraten, Zwielben zugeben und glasig dünsten. Speck und Zwiebeln mit etwas Mehl bestäuben, gut durchrühren und alles mit ca. 1 Liter des Muschelsuds aufgießen.
  5. Kartoffeln mit in den Topf geben und so lange kochen, bis diese gar sind. Dann das klein geschnittene Muschelfleisch zugeben.
  6. Den Chowder mit Sahne verfeinern, mit Salz und Pfeffer würzen und eine Hand voll Petersilie hinein zupfen. Noch einige Minuten einköcheln lassen und dann noch möglichst heiß servieren.
 

 

 
In Amerika isst man zum New England Clam Chowder übrigens gerne Oyster Crackers – das sind kleine, runde, gesalzene Cracker. Ich genieß diese Suppe, die ja fast schon ein Eintopf ist, aber am liebsten pur ohne irgendwelche Beilagen. Frische Baguette passt aber auch ganz wunderbar dazu.

Übrigens kommt dieses Rezepte der Nathans-Variante wirklich verdammt nahe. Der Chowder schmeckt zwar noch einen ganz kleinen Tick besser, wenn einem eine leichte Briese um die Nase weht und man das Meeresrauschen in den Ohren hat, aber mit ein bisschen Vorstellungskraft, kann man sich beim Essen ja auch gedanklich nach Coney Island beamen.

 
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2 thoughts on “New England Clam Chowder

  1. Ein wirklich sehr leckeres Rezept! Ich möchte aber trotzdem darum bitten, die Muscheln nicht kalt aufzusetzen, sondern sie in bereits kochendes Wasser zu werfen. Es sind ja noch lebende Tiere, die bei langsam heiß werdenem Wasser sonst unnötig leiden müssten.

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